Werkbank selber bauen – simpel, stabil, multifunktional! [TEIL 2]

Du willst Dir eine stabile Werkbank mit vielen Spannmöglichkeiten selber bauen bauen? Du hast keine Profi-Maschinen Zuhause? Kein Problem! In der folgenden Beitragsreihe findest Du eine Schritt-für-Schritt Anleitung zum anfertigen Deiner Werkbank mit simplen Werkzeugen!

Nachfolgend habe ich Dir alle Werkzeuge und Materialien verlinkt, die Du benötigst, um die Werkbank selber bauen zu können.

Konstruktionszeichnungen mit detaillierten Maßen findest Du weiter unten.

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Benötigtes Werkzeug

Benötigtes Material

Teil 1 und 3 dieser Blogreihe findest Du hier:

Zu Teil 1

Zu Teil 3

Anleitung zum Einbau einer Vorderzange:

Zum Projekt


Arbeitsplatte

In TEIL 2 zeige ich Dir, wie Du die Arbeitsplatte für Deine Werkbank baust.

Das KVH ist an den Kanten angefast. D.h. wenn Du die Balken für die Arbeitsplatte zusammenleimst, entstehen unschöne Rillen. Wer Zugriff auf eine Abrichte hat, kann sich hier sehr viel Zeit sparen und vor dem zusammenleimen die Balken schon sauber abrichten, damit die Fase verschwindet. Wie Du das auch ohne Abrichte ziemlich gut hinbekommst, zeige ich Dir später.

Zunächst musst Du das KVH für die Arbeitsplatte zuschneiden. Achtung: Zwei der Elf Balken müssen weiter zugesägt werden, damit Du die Aussparungen für die Tischbeine erhältst. Die Arbeitsplatte liegt später selbsttragend auf den Tischbeinen auf – Hier sind keine weiteren Verschraubungen oder Verleimungen nötig. Bei diesen Dimensionen wackelt nichts. Du kannst wieder meine Konstruktionszeichnungen verwenden.

Konstruktionszeichnung

Ich habe die Arbeitsplatte in mehreren Schritten verleimt, weil ich nicht genügend große Schraubzwingen* besitze. Im folgenden Bild siehst Du die zwei Hälften der Arbeitsplatte. Wer genügend große Schraubzwingen hat, kann die Arbeitsplatte auch in einem Schritt komplett zusammenleimen. Ich habe den amerikanischen Titebond Holzleim* verwendet. Und es war kein Fehler!

Arbeitsplatte in zwei Hälften verleimt. Schön zu sehen: Die Aussparungen für die Tischbeine.

Auf was muss ich beim verleimen achten?

Beim verleimen selbst, achte darauf, dass Du nicht nur seitlichen Druck ausübst, um die Balken aneinander zu pressen. Es ist auch ganz wichtig, dass Du die Balken möglichst plan ausrichtest. Um das zu erreichen nimm Dir zwei Dachlatten oder ähnliches und zwinge diese, wie im nächsten Bild, an den Enden der Balken fest. Ich habe die Latten mit Backpapier umwickelt, damit sie nicht versehentlich mit der Arbeitsplatte verleimt werden. Was es ansonsten beim verleimen von Massivholz noch zu beachten gibt, kannst Du HIER nachlesen.

Unbedingt darauf achten, dass ihr Schraubzwingen von allen Seiten nutzt, um die Hölzer plan auszurichten.

Die zwei Hälften der Arbeitsplatte können dann nach dem gleichen Prinzip zusammengeleimt werden. Druck von den Seiten und Druck von oben und unten.

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Wie bekomme ich die Oberfläche der Arbeitsplatte glatt?

Damit die Oberfläche der Arbeitsplatte komplett plan ist, musst Du die Arbeitsplatte noch abrichten, also Material abtragen. Und zwar so viel, bis die Rillen zwischen den Balken verschwunden sind und eine einzige ebene Fläche entstanden ist.

Hierfür habe ich mir nach folgendem Vorbild provisorisch eine Vorrichtung für meine Oberfräse gebaut: Link zum Youtube Video

Als Schienen habe ich günstige Steckregal-Stützen gekauft. Die bekommst du in jedem Baumarkt!

Diese Vorrichtung habe ich mittlerweile in meine Werkbank integriere und auf T-Nut-Schienen befestigt. Wie genau ich das gemacht habe siehst du in meinem Beitrag über die Planfräs-Vorrichtung.

Abrichten der Arbeitsplatte mit einer kleinen Oberfräse.

Unterfüttere die Arbeitsplatte mit kleinen Hölzern als Abstandshalter und miss mehrmals nach, ob an allen Enden der Abstand von Arbeitsplatte zu Oberfräse identisch ist. Sonst fräst Du die Arbeitsplatte schräg ab und du musst nochmal nachbessern.

Stück für Stück fräst Du nun die Arbeitsplatte ab. Ein Fräser mit möglichst großem Durchmesser beschleunigt diesen Schritt deutlich. Ich habe diesen genutzt: ENT 22mm Nutfräser*

Nimm am besten einen Fräser, den Du sowieso schon hast.

Am Ende hast Du eine glatte Oberfläche mit minimalen Riefen, die sich mit einem Exzenterschleifer* problemlos wegschleifen lassen!

Werkbank selber bauen
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: eine glatte Oberfläche mit minimalen Riefen vom Fräser.

Das war’s mit TEIL 2 der Werkbank! Im nächsten Teil wird die Arbeitsplatte mit der Unterkonstruktion verbunden, die Oberfläche geschliffen, T-Nut-Schienen eingesetzt, Löcher für Niederhalter und Bankhaken gebohrt, und noch mehr. Bisher ist es doch gar nicht schwer, eine Werkbank selber zu bauen, oder?

Zu Teil 3

Servus und bis zum nächsten Teil!

11 Antworten auf „Werkbank selber bauen – simpel, stabil, multifunktional! [TEIL 2]“

  1. Hallo Florian! Was du hier präsentiert hast gefällt mir sehr gut. Eine Frage hätte ich jedoch. Müssen nicht die einzelnen Hölzer für die Tischplatte noch zusätzlich mit Nuten und Flachdübeln versehen werden?
    LG Enrico

    1. Hi Enrico,
      Flachdübel schaden auf keinen Fall! Ich habe leider keine Flachdübelfräse. Noch(!) nicht 🙂 Deshalb habe ich es ohne gemacht. Bisher hält alles wunderbar. Aber solltest du die Möglichkeit haben, so eine Maschine nutzen zu können, kannst du es natürlich tun!

      Gruß
      Florian

  2. Hallo Florian,

    ich habe die Werkbank jetzt auch nachgebaut, nachdem mir eine gebrauchte zu teuer war. Meine Bank ist etwas größer ausgefallen, 2,45 x 0,72 Meter, 92 cm hoch und aus Lärchenholz. Der Preisunterschied zu Kiefer war nun nicht so hoch und die Arbeit ist die gleiche.
    Das planfräsen wollte ich mir ersparen und habe die Fase bei den Kanthölzern (60 x 100mm) vorher mit einem Elektrohobel abgehobelt. Aber das Ergebnis war nun nach dem zusammen leimen nicht so toll, weil man die Kanthölzer gar nicht so genau nebeneinander verleimen kann.
    Nach dem Zusammenbau ist die Werkbank super stabil und zu schwer um mal eben bewegt zu werden. Deshalb habe ich mir jetzt noch die Rollen bestellt.
    Sobald die Werkbank fertig ist kann ich mal ein Foto hier reinstellen.
    Vielen Dank für die tolle Anleitung.
    Herzliche Grüße aus dem hohen Norden.
    Rolf

    1. Hallo Rolf,
      lass mir gerne per Mail mal ein Bild der fertigen Werkbank zukommen! Freue mich immer über nachbauten von meiner Lesern 🙂

  3. Hallo Florian,

    erstmal riesen Respekt für die Arbeit. Das kann sich wirklich sehen lassen 🙂 Ist schon fast zu schade um darauf zu arbeiten. Aber dafür wurde es ja geschaffen.

    Ich habe eine Frage zur Unterkonstruktion. Wieso ist diese asymmetrisch zur Tischplatte? Also auf der einen Seite 15 cm Überstand und auf der anderen Seite 35 cm Überstand.

    Besten Dank Dir für die Inspiration 🙂

    Gruß
    Marcel

  4. Hi,
    Habe die Werkbank auch so nachgebaut, nur 1,5m statt 2m da mein Werkzeugkeller nicht mehr hergibt. Dank deiner Anleitung war es echt entspannt und einfach die Werkbank nachzubauen.
    Nächstes Projekt ist der Couchtisch von deiner Seite.
    Danke für deine Arbeit und Gruß
    Sepp

    1. Hallo Sepp!
      Das ist klasse, sowas freut mich immer zu lesen! Achte beim Couchtisch unbedingt darauf, dass du das Massivholz so anordnest, dass du ein Schüsseln möglichst vermeidest. Noch besser: Gratleisten einsetzen.

      Gruß
      Florian

  5. Die Werkbank werde ich wohl so oder ähnlich nachbauen. Danke für deine Planung. Leider hat sich mM in der Konstruktionszeichnung der Arbeitsplatte ein Fehler eingeschlichen. Das Gesamtmaß der Arbeitsplatte beträgt 660 mm. So wie eingezeichnet ist es verwirrend, da von der Schiene aus gerechnet wird.. Statt 66,00cm müsste hier 45,85cm stehen. Gruß Wolle

    1. Servus Wolfgang! Danke für den Hinweis! Die Linien der Bemaßung überlagerten sich bei dieser Konstruktionszeichnung so ungünstig, dass es zu Verwirrung kommen kann. Ich habe es korrigiert. Besten Dank und viel Spaß beim nachbauen!
      Gruß
      Florian

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