Planfräsen mit der Oberfräse – Planfräsvorrichtung für die Oberfräse zum Einspannen in T-Nut Profile

Diese günstige Vorrichtung zum planfräsen mit der Oberfräse kannst Du einfach selber bauen. Die Vorrichtung zum abrichten mit der Oberfräse lässt sich in bestehende T-Nut Profile einspannen. Wird die Planfräsvorrichtung nicht gebraucht, kann man sie platzsparend verstauen.

Nachfolgend habe ich Dir alle Werkzeuge und Materialien verlinkt, die ich benutzt habe.

Konstruktionszeichnungen und Pläne mit detaillierten Maßen findest du weiter unten.

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Planfräs-Vorrichtung für Werkbänke mit T-Nut-Schienen.

Benötigtes Werkzeug

Benötigtes Material

Benötigtes Material – Profi Ausführung

Konstruktionszeichnungen

Mit der Oberfräse planfräsen – was muss man vorher beachten?

Du solltest Dir Gedanken darüber machen, welche Ausmaße die Werkstücke haben, die Du abrichten willst und vor allem wie hoch diese sind. Dementsprechend kann es nötig sein, dass Du mehr Dachlatten aufeinander stapeln musst und längere Schrauben nutzen musst als ich. Aber Achtung: Die Konstruktion kann wenn sie deutlich höher gebaut wird auch mehr Spiel aufweisen als bei 3 Dachlatten – also nicht übertreiben.

Die von mir umgesetzte Variante ist die absolute Low-Budget Version. Ich habe Sie schon mehrfach genutzt und sie funktioniert. Wer eine solidere Lösung möchte, kann statt Dachlatten und L-Profilen auch Linearführungen mit Gleitlager nutzen. Das macht die Konstruktion ein gutes Stück professioneller, stabiler und präziser.

Linearführungen mit Gleitlager*
  • ★Die lineare Gleitwellen sind aus hochwertigem Kohlenstoffstahl und Die Lagergehäuse sind aus einer Aluminiumlegierung gefertig, die robust und langlebig werden
  • ★Dies ist das komplette Schiebeeinheitensystem und kann durch einfaches Anziehen mit hoher Genauigkeit festgeklemmt werden
  • ★Der Einstellgriff kann die Dichtheit des Schiebers einstellen. Standardisierte Verarbeitung, ideal für die Positionierung der Führungsschiene
  • ★Es kann sich ohne Ablenkung leicht bewegen, minimaler Verschleiß und geringes Geräusch, weil die hohe Präzision und Haltbarkeit
  • ★Tragschiene aus Aluminiumlegierung mit vorgebohrten Löchern für eine einfache Montage. Geeigenet für Heimwerker CNC-Fräsen, Fräsmaschinen und Drehmaschinen

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Schienen

Als erstes baust Du die Schienen für die Vorrichtung zum planfräsen mit der Oberfräse. Diese kannst Du später je nach Bedarf in die T-Nut-Schienen deiner Werkbank (zum Werkbank Projekt) spannen. Basis der Konstruktion sind die Dachlatten. Meine Maße sind nur ein Vorschlag. Die Länge der Schienen solltest Du auf Deine Werkbank anpassen.

Dachlatten bekommst du im Baumarkt relativ günstig. Ich habe für die Konstruktion alte Dachlatten benutzt. Sieht zwar weniger schick aus – erfüllt aber trotzdem seinen Zweck.

Zunächst bohrst Du gemäß der Konstruktionszeichnung 3 Löcher mit einem 10er Holzbohrer in die Dachlatten. Verteile die Löcher gleichmäßig – eines in die Mitte der Dachlatte und jeweils eines an die Enden der Latte. Mehr als drei Löcher wären bei der Länge übertrieben – es sei denn Du willst Deine Konstruktion höher bauen. Dann wäre mehr Stabilität sinnvoll. Bei 3 Löchern bzw. Schrauben funktioniert das einführen in die T-Nut schnell und ohne verkanten.

Löcher für die M8 Schrauben in die Dachlatten bohren.

Die Löcher habe ich mit Absicht mit einem 10er Holzbohrer* gebohrt. Darin hat die M8 Schraube noch etwas Spiel. Die Schienen gleiten somit später leichter in eine T-Nut. Nach festspannen der Vorrichtung über die Flügelmuttern sitzt die Schiene dann fest.

M8 Schraube in der Dachlattenkonstruktion.

Das ganze machst Du für alle 6 Dachlatten.

Auf der jeweils obersten Dachlatte verschraubst Du noch die 2m L-Profilschiene mithilfe der 3,5×20 Holzschrauben* und jeweils einer Unterlegscheibe*. Falls Du eine Lochschiene mit größeren Löchern nutzt, kann es sein, dass Du andere Unterlegscheiben benutzen musst. Als L-Profilschiene eignet sich vieles. Ich habe auf Steckregal-Stützen aus dem Baumarkt zurückgegriffen. Oben in der Material-Liste habe ich Dir eine massivere Alternative auf Amazon verlinkt. Diese haben zwar kein vorgestanztes Lochprofil – massivere Aluminiumprofile schaden aber mit Sicherheit nicht! Je formstabiler die Planfräsvorrichtung ist, desto besser sind die Ergebnisse beim planfräsen mit der Oberfräse.

Fixieren der Profilschiene auf der Dachlatte.

Danach kannst Du die Dachlatten aufeinander stapeln und mit den M8 Schrauben* und M8 Flügelmuttern* fixieren. Die Schienen sind fertig!

Warum die Dachlatten nicht zusätzlich miteinander verleimen oder verschrauben?

Prinzipiell kannst Du die Dachlatten natürlich auch untereinander verleimen oder verschrauben. Aber die drei M8 Schrauben mit den Flügelmuttern reichen eigentlich aus. Vorteil daran ist, dass Du dann auch mal eine Dachlatte wegnehmen kannst wenn Du ein relativ Flaches Werkstück planfräsen willst. Ist aber eigentlich gar nicht notwendig – notfalls kann man das Werkstück auch mit Hölzern unterfüttern und mit einem Niederhalter fixieren damit es näher an den Fräser wandert. Die Entscheidung ist also Dir überlassen.

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Laufleisten

Die Laufleisten aus Holz dienen dazu den Schlitten über die Schienen zu führen und werden am Boden des Schlittens befestigt. Die Länge der Laufleisten musst Du auf Deine Oberfräse bzw. auf die Aufnahmeplatte abstimmen. Die Fräse soll hierbei nicht verkanten. Minimales Spiel ist also nicht schlimm. Wir bauen schließlich keine CNC-Fräse sondern eine Vorrichtung, um mit einer Oberfräse planfräsen zu können.

Kompletter Schlitten. Die Laufleisten aus Eichenholz führen den Schlitten über die 2m Profilschienen.

Als Holz habe ich für die Laufleisten gehobelte Eichenleisten* benutzt und diese zunächst auf die entsprechende Dicke von 1cm gesägt. Ihr könnt sie auch mit einem Elektrohobel* Stück für Stück herunter hobeln. Oder ihr nehmt einfach ein Stück Restholz, das gerade passt. Die Laufleiste sollte allerdings nicht zu dick sein, da ihr sonst zu viel Frästiefe verliert. Orientiere Dich für das Konzept am besten an den Konstruktionszeichnungen.

Die Nut in der Leiste sägst Du am besten mit der Handkreissäge* (falls Du eine Tischkreissäge hast, umso besser) in die Holzleiste. Noch einfacher ist es, wenn Du einen Frästisch zur Verfügung hast und eine schmale Nut in das Holzstück fräsen kannst. Zum Schluss bohrst Du mit einem 4er Holzbohrer* an die Enden der Laufleiste noch jeweils 2 Löcher. Hierüber verbindest Du später die Laufleiste mit dem Schlitten.

Laufleiste fertig montiert. Schön zu erkennen: Die Führungsnut für die 2m Profilschiene.

Schlitten

Damit die Konstruktion langsam Gestalt annimmt und du mit der Oberfräse planfräsen kannst, musst du nun die Laufleisten mit den 400mm L-Profilen für den Schlitten verschrauben. Hierfür die M4x20 Schrauben* und M4 Muttern* verwenden. Falls nötig, kannst Du die Schrauben noch mit einer Metallsäge* kürzen.

Warum nur 400mm breit?

Ich selbst will mit der Vorrichtung größtenteils Holzbalken abrichten. dafür ist die Breite ausreichend. Passe die Breite des Schlittens auf Deine Einsatzzwecke an! Die T-Nut Schienen habe ich absichtlich in diesem Abstand in die Werkbank eingesetzt damit ich vor der Vorrichtung noch Platz zur Werkzeugablage habe und diese nicht direkt unter Sägespänen vom planfräsen begraben werden.

Die Löcher im L-Profil bohrst Du mit dem 4er Metallbohrer* im gleichen Abstand wie bei den Laufleisten. Ankörnen nicht vergessen, sonst rutscht der Bohrer ab! Ein Körner* ist online schon günstig zu kaufen. Danach verschraubst Du die Profile und die Laufleisten mit den M4 Schrauben und M4 Muttern. Ggf. kürze die Schrauben noch mit einer Metallsäge, dass diese nicht zu weit unter der Konstruktion heraus schauen. Ein Tropfen Schraubensicherung* schadet an der Stelle nicht.

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Der fertige Schlitten auf der Schiene.

Aufnahmeplatte

Das letzte Teil, das Du für die Planfräsvorrichtung benötigst, ist die Aufnahmeplatte für Deine Oberfräse. Ob Du dafür eine Kunststoffplatte oder eine Holzplatte nimmst ist egal. Ich hatte noch eine 1cm dicke Kunststoffplatte und habe daher diese genommen. Der Kunststoff gleitet auch gut über den Aluminium-Schlitten.

Die Löcher in der Konstruktionszeichnung der Aufnahmeplatte sind nur ein Beispiel. Die Anordnung der Löcher musst Du auf Deinen Oberfräsenkorb anpassen. Ich habe hierfür die Gleitplatte meiner Makita Oberfräse* auf die Platte gelegt und einfach die Löcher markiert und gebohrt.

Gleitplatte der Oberfräse als Bohrschablone nutzen.

Danach kannst Du noch mit dem 30mm Forstnerbohrer* das Loch für den Fräser in die Platte bohren.

30mm Loch für Fräser bohren.

Die Aufnahmeplatte fixierst Du dann mit passenden Schrauben auf der Platte. Welche Schrauben hierbei passen, kommt auf Deine Oberfräse an. Einfach mal schauen und nehmen, was gerade passt. Sind im Normalfall alles Standard-Normteile.

Falls Du ein 19mm Lochraster in Deiner Werkbank hast, bieten sich passende Klemmen, Zwingen und Niederhalter an, um das Werkstück zu fixieren, bevor mit dem fräsen begonnen wird. Sicheres arbeiten ist bei einer Planfräsvorrichtung enorm wichtig. Beim planfräsen mit der Oberfräse immer eine Schutzbrille tragen!


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Mit der Oberfräse planfräsen – Video

Die Planfräs-Vorrichtung in Aktion beim abrichten eines 300 Jahre alten Fachwerkbalkens.

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12 Antworten auf „Planfräsen mit der Oberfräse – Planfräsvorrichtung für die Oberfräse zum Einspannen in T-Nut Profile“

  1. Hallo Florian,
    da hast Du die wieder was Hübsches ausgedacht, wie überhaupt alles, was Du hier so zeigst!
    Aber sag mal, mache ich da jetzt einen Denkfehler, wenn ich mir ein Planfräsen mit einem Forstnerbohrer schwierig vorstelle? Ich meine wegen der Zentrierspitze, die ja immer als erstes das Holz berührt…?

    Gruß Frank,
    der morgen ebenfalls stolzer Besitzer einer DWE7492 werden wird!

    1. Hallo Frank,
      bitte niemals einen Bohrer in einer Oberfräse verwenden! Das kann ganz böse ausgehen. Mal davon abgesehen, dass es konstruktionsbedingt sowieso nicht funktionieren würde, sind (Forstner-)Bohrer gar nicht für die Drehzahlen einer Fräse ausgelegt. Sobald du mit der Oberfräse arbeitest, darfst du immer nur entsprechende Fräser nutzen – ganz wichtig! Auf Youtube findest du ggf. zu dem Thema “Umgang mit der Oberfräse” noch viele hilfreiche Videos.
      Ich hoffe, ich konnte dir damit helfen!

      Viele Grüße und weiterhin viel Spaß beim sicheren Heimwerken!
      Florian

  2. Hallo Florian !
    Die Konstruktion funktioniert super.
    Allerdings hätte ich eine Frage wegen des Fräsers. Ich habe überall gesucht und bin dann endgültig in Italien bei einer Herstellerfirma für Fräser fündig geworden. Hast du vielleicht eine andere Bezugsquelle? Und zwar ist dies ein Fräser mit Wendemessern für den Grund und seitliches Fräsen, welche man auch tauschen und somit der Fräserkörper immer wieder vewendet werden kann.

    1. Hallo Ernst!

      was du beschreibst hört sich nach einem speziellen Planfräser an. So einen habe ich gar nicht weil meine kleine Makita Kantenfräse vermutlich sowieso zu schwach wäre, um mit einem großflächigen Fräser Hartholz plan zu fräsen. Spontan habe ich leider keine Bezugsquelle dazu. Ich habe grade mal beim sautershop und bei feinewerkzeuge geschaut aber auch dort leider nichts in der Richtung gefunden.

      Gruß
      Florian

      1. Hallo Florian !
        Bin heute wieder mal auf deine Seite gestoßen.
        Falls du noch keine Fräser-Bezugsquelle gefunden hast, hier die Homepage der italienischen Herstellerfirma. Die haben alle möglichen Varianten von Fräsern. Am besten funktionierts natürlich mit der Oberfräse, je stärker desto besser.
        https://www.fraisertools.com/de
        Gruß Ernst

  3. Könnte man statt einer Oberfräse auch einen Elektrohobel nehmen? Aufgrund der größeren Messerbreite und einer Bearbeitung in Längsrichtung wäre man doch schneller am Ziel, oder liegt hier ein Denkfehler meinerseits vor?

    1. Hallo Andreas,
      mit einem Elektrohobel müsste die Konstruktion ganz anders aussehen. Das erste Problem ist die Auflagefläche. Das Messer des Hobels geht fast über die ganze Breite des Gerätes. Also bleibt kaum Auflagefläche auf den Schienen, um dort den Hobel zu platzieren. Das nächste und noch viel größere Problem ist meiner Meinung nach die Höhenverstellung. Bei der Oberfräse ist man super flexibel und kann den Fräser an der Oberfräse selbst in der Höhe justieren, sodass die Konstruktion an sich keine großartige Höhenverstellbarkeit (bspw. durch wegnehmen oder hinzufügen von Dachlatten) benötigt. Beim Hobel ist man da schon sehr sehr begrenzt. Ein cleverer Tüftler findet auch dafür bestimmt eine Lösung. Aber die verbreitete Lösung mit einer Oberfräse für diesen Zweck ist schon sehr praktikabel. Auch wenn du natürlich was den zeitlichen Aufwand angeht absolut recht hast.
      Gruß
      Florian

  4. Hallo Florian,
    Super Idee und tolles Projekt.
    Wenn tatsächlich die Hartholzführungen einlaufen sollten, kannst Du ja noch 2 mm tiefer fräsen und dann von einer 3 mm Aluleiste ein Stück absägen und in die Nut einlassen. Mit etwas Fett gleitet das dann im wahrsten Sinne des Wortes wie geschmiert. 😉
    Gruß
    Lothar

    1. Hallo Lothar,

      Klasse Idee! Danke für den Tipp! Bisher sehen die Führungsleisten noch gut aus. Vielleicht probiere ich deine Idee bei Gelegenheit trotzdem einfach mal aus.

  5. Schaut gut aus, der Dachboden auch!

    Biegen sich die Aluprofile nicht durch, wenn du in der Mitte mit der Oberfräse bist?

    Andere Konstruktionen nehmen oft Multiplexlatten hochkant zum stabilisieren.

    1. Servus Johannes,

      Danke für das Lob! Die Aluprofile biegen sich überhaupt nicht durch. Sie sind relativ dick und die Oberfräse wiegt ja nicht viel. Auch bei einer größeren Spannweite der Konstruktion hätte ich keine Bedenken. Die Profile sind ziemlich robust. Würde das ganze nochmal so bauen. Einzig die Eichenleisten des Laufschlittens werde ich auf Dauer beobachten. Könnte sein, dass sich dort auf Dauer Laufrillen von den länglichen Schienen bilden. Aber bis das passiert, muss ich noch einige Betriebsstunden damit arbeiten glaube ich.

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