Altholz aufbereiten – mit einfachen Methoden tolle Ergebnisse erzielen!

Altholz kann schön aufbereitet, optisch sehr viel her machen! Statt viel Geld für fertig aufbereitetes Altholz auszugeben, willst Du das lieber selbst erledigen? Nichts leichter als das! Im folgenden Beitrag beschreibe ich, wie ich bisher beim Aufbereiten von Altholz vorgegangen bin.

Nachfolgend habe ich Dir alle Werkzeuge und Materialien verlinkt, die ich benutzt habe.

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altholz aufbereiten
Die verschiedenen Aufsätze für den Akkuschrauber eignen sich perfekt, um Altholz aufzubereiten.

Benötigtes Werkzeug

Benötigtes Material

Vorbereitung

Zunächst solltest Du Dir sicher sein, dass das Holz wurmfrei bzw. frei von Schädlingen ist, die das Holz zerfressen. Welche Optionen es zur Behandlung gibt, kannst Du in meinem Beitrag zum Thema Holzwurmbehandlung HIER nachlesen.

Das Altholz ist voller Nägel – was tun?

Bevor Du mit der Oberflächenbearbeitung los legst, suche das Altholz nach alten Nägeln ab und entferne sie mit einer Kombizange*. Hierbei hilft eher Gefühl, statt Gewalt. Die Nägel können schnell mal abbrechen. Wenn Dir das passieren sollte und Du den Nagel unbedingt entfernen musst, hilft nur noch ein Stechbeitel* zum frei legen des Nagels. Alternativ könntest Du mit einem alten Holzbohrer direkt neben dem Nagel ein Loch bohren, worüber Du den Nagel versuchen kannst zu entfernen. Dann ist das Loch überschaubar

Oberfläche bearbeiten

Ich arbeite hier mit unterschiedlichen Drahtbürsten- und Nylonbürsten-Aufsätzen für die Bohrmaschine bzw. für einen Akkuschrauber. Bei größeren Werkstücken, kann ich Dir aber empfehlen eine Kabelgebundene Maschine zu nehmen. Die Bearbeitung kostet ordentlich Akkuleistung…

altholz aufbereiten
Die verschiedenen Drahtbürsten-Aufsätze.

Du fängst mit einem groben Drahtbürstenaufsatz* an und bearbeitest das Holz immer in Faserrichtung mit Deiner Bohrmaschine bzw. einem Akkuschrauber*. Achte unbedingt darauf, dass Du nicht zu viel Druck auf das Werkstück ausübst, sonst frisst sich die Drahtbürste auch in das Hartholz hinein. Du willst in diesem Schritt lediglich folgendes erreichen:

  • Entfernung von Weichholz – die Hartholz-Anteile in der Oberfläche sollen bestehen bleiben.
  • Entfernung von Totholz – die Bereiche die vom Holzwurm total zerfressen sind, werden durch die Drahtbürste entfernt.

Erledige das am besten außen im Freien oder in einer gut durchlüfteten Garage, Scheune oder ähnlichem. Das bearbeiten mit der Drahtbürste sorgt für viel Staub. Eine Atemschutzmaske* macht auf jeden Fall Sinn!

Im folgenden Video siehst Du die Vorgehensweise.

Nicht zu viel Druck auf das Werkstück ausüben!

Im Foto unten siehst Du den Unterschied: Links wurde das Altholz noch in keiner Weise bearbeitet. Rechts bin ich bereits mit dem Drahtbürstenaufsatz drüber.

Gut zu erkennen: der Bereich, der mit der Drahtbürste bearbeitet wurde sieht deutlich sauberer aus.

Nachdem Du das Werkstück komplett mit der großen Drahtbürste bearbeitet hast, kannst Du schwer zugängliche stellen – beispielsweise tiefere Risse im Holz – mit feinen Drahtbürstenaufsätzen* bearbeiten. Nach der Bearbeitung mit den Drahtbürsten wird dein Holz in etwa so aussehen:

Jetzt erst richtig zu erkennen: Das Weichholz wurde entfernt und die Hartholz-Anteile blieben stehen.

Der nächste Schritt ist die Bearbeitung mit den Nylon-Bürsten*. Auch hiermit gehst Du einmal kurz über das komplette Werkstück.

Altholz Aufbereitung mit Bürstenaufsatz.
Bearbeitung mit dem Nylon-Bürstenaufsatz.

Oberfläche abschleifen – Struktur möglichst erhalten.

Damit die Oberfläche sich angenehm anfühlt und trotzdem möglichst viel Charakter des Altholzes bestehen bleibt, ist es wichtig, das Holz nach den bestehenden Konturen zu schleifen. Im folgenden Bildbeispiel habe ich ein Weinregal aus einem alten Eiche Balken gebaut. Der Balken hatte so einige Risse und Astlöcher. Ein Bandschleifer oder Exzenterschleifer ist hierfür meiner Meinung nach das falsche Werkzeug. Mit einem Multischleifer bzw. einem Dreickschleifer kann man gerade mit der Spitze alle Konturen, inkl. Astlöcher und Risse relativ gut schleifen. HIER ein Beispiel für einen solchen Schleifer*. Das ganze kann dann folgendermaßen aussehen. Alles mit einem Bandschleifer plan abtragen wäre der falsche Weg. Das führt zu Verlust der Struktur, die Du ja gerade behalten willst.

Rustikaler Eichebalken mit vielen tiefen Rissen – mit einem Multischleifer bearbeitet.

Zusätzlich zum Multischleifer habe ich auch noch verschiedene Schleifpapier-Aufsätze* für den Akkuschrauber benutzt.

Schleifpapier-Aufsatz

Diese Teile gibt es in allen erdenklichen Größen und Formen. Eignen sich super, um Risse und Astlöcher noch feiner abzuschleifen als mit dem Multischleifer.

Der gerade gezeigte Balken sah ursprünglich übrigens so aus.

Nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen 😉

Was kann man sonst noch tun?

Nachdem Du das komplette Werkstück mit den verschiedenen Bürstenaufsätzen bearbeitet hast und mit dem Ergebnis zufrieden bist, kannst Du nochmal mit dem Gartenschlauch oder dem Hochdruckreiniger (keinen aggressiven Dreckfräse-Aufsatz nutzen!) das Holz abspritzen und es so von all dem Sägestaub und Dreckresten säubern. Alles gut trocknen lassen bevor es mit dem Finish weiter geht.

Wahl des Finishs – Öl? Wachs

Für mein Weinregal aus dem gezeigten Balken habe ich zunächst Arbeitsplattenöl* aufgetragen (hatte grade nichts anderes da) und habe danach noch Antik-Wachs* aufgetragen. Besonders durch das Wachs fühlt sich die Oberfläche trotz Unebenheiten sehr angenehm an. Ich war am Anfang unsicher, ob es die richtige Wahl ist, habe es aber nicht bereut – ganz im Gegenteil!

balken weinregal rustikal
Rustikales Weinregal aus einem alten Eichebalken.

Das war’s auch schon wieder! Natürlich ist das teilweise eine Menge Arbeit. Aber ich finde es lohnt sich immer wieder. Ich würde mich über einen Erfahrungsaustausch zu diesem Thema sehr freuen! Melde Dich doch mal in den Kommentaren, wie Du bisher vorgegangen bist.

Servus und bis zum nächsten Projekt!

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