Holzwurmbehandlung – so bekämpfst Du den Schädling!

Du hast richtig schönes Altholz, möchtest es aber auf Grund eines Holzwurmbefalls behandeln? Dann ist der folgende Beitrag interessant für Dich! Hier erfährst Du, wie du bei der Holzwurmbehandlung bzw. Holzwurmbekämpfung vorgehen kannst.

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holzwurmbehandlung nötig.
Holzwurm-Befall

Heute veröffentliche ich mal kein Projekt sondern einen Beitrag zum Thema Holzwurm-Behandlung. Da ich gerne mit Altholz arbeite, musste ich mich mit dem Thema bereits auseinander setzen. Meine Erfahrungen möchte ich hier mit Dir Teilen. Bitte bedenke, dass ich kein Experte auf dem Gebiet bin. Trotzdem sind meine Tipps vielleicht hilfreich für Deine zukünftigen Altholz-Projekte!

Benötigtes Material

Woher weiß ich, ob ein aktiver Befall vorliegt?

Am Anfang eines jeden Altholz-Projektes mit Holzwurm-Spuren steht die obige Frage. Die Frage stellt sich wohl jeder, der die zerfressene Holzoberfläche seines potentiellen Werkstückes sieht. Einen aktiven Holzwurm-Befall kann man mit etlichen Möglichkeiten nachweisen.

Natürlich kann man das Holz eine Weile irgendwo in einem windgeschützten Raum liegen lassen und beobachten, ob sich auf dem Boden Holzmehl sammelt. Dann hätte man zumindest einen positiven Befund.

Alternativ kannst Du mit Eicheln einen Befall nachweisen. Holzwürmer werden von Eicheln angezogen. Einfach einige davon auf das befallen Stück Holz legen und regelmäßig kontrollieren, ob Löcher darin sind.

Das Problem ist nur, dass Du nie wirklich einen aktiven Befall ausschließen kannst, solange Du das Holz nicht fachgerecht gegen den Schädling behandelt hast. Darüber solltest Du Dir unbedingt im Klaren sein!


Lektion Nr. 1 – hundertprozentig kann man einen Befall erst nach einer fachgerechten Behandlung ausschließen!


welche Optionen habe ich den Schädling zu bekämpfen?

Generell helfen drei Dinge, die Schädlinge abzutöten.

  • Hitze
  • Kälte
  • Chemische Mittel
  • Alternative Ansätze

Lektion 2 – du hast die Qual der Wahl!


Hitze

Die gängigste Methode, die auch industriell im großen Stil durchgeführt wird, ist die thermische Behandlung des Holzes mit Hilfe von Hitze. Das Holz wird in Trockenkammern gestellt und dort bis auf ca. 55-60°C Kerntemperatur erhitzt und eine Weile auf dieser Temperatur gehalten. Holzwürmer bestehen größtenteils aus Eiweiß. Und dieses wird bei dieser Temperatur zersetzt. Somit sterben die Schädlinge ab und das Holz ist wurmfrei.

Nun hat nicht jeder eine Trockenkammer im Hinterhof stehen… Ich kann Dir trotzdem nur empfehlen mal die Sägewerke in Deiner Nähe anzurufen und zu fragen, ob Du das ein oder andere Stück Holz dazu legen kannst. In der Regel ist das zu einem verkraftbaren Kurs möglich.

Solltest Du die Möglichkeiten nicht haben, gibt es folgende Alternativen zur Trockenkammer:

  • Sauna – eignet sich gut zur Bekämpfung. Auch große Holzstücke kannst Du darin behandeln.
  • Alter Backofen (oder ähnliches) – funktioniert auch, Problem ist nur, dass die Größe des Werkstückes stark begrenzt ist.

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Kälte

Bei extremer Kälte sterben Holzwürmer ebenso ab wie bei extremer Wärme. Im Winter kann es helfen das befallene Objekt mehrere Tage draußen im freien stehen zu lassen. Du solltest das Holz aber unbedingt mit Folie bzw. Tüten Umhüllen, damit es vor Feuchtigkeit geschützt ist! Weiterhin muss es mehrere Tage durchgängig sehr kalt sein. Ich schätze mal drei Tage bei -15°C sollten ausreichen. Bei einem dicken Holzbalken dringt die Kälte beispielsweise nur langsam in den Kern ein – dort ist der Holzwurm dann immer noch geschützt und kann überleben.

Ich selbst halte die Wärmebehandlung für die einfachere Methode.

Chemische Mittel (Isopropanol)

Mit Hilfe von Isopropanol* kann man Holzwürmer ebenfalls effektiv behandeln.

isopropanol eignet sich zu Holzwurmbehandlung
Isopropanol lässt sich zur Holzwurmbekämpfung einsetzen.

Isopropanol* ist ein Reinigungsalkohol und besitzt eine hohe Flüchtigkeit. An der Luft verfliegt das Mittel schnell und hinterlässt daher keine unangenehmen Gerüche oder Rückstände. Daher ist es nicht mit speziellen Giften gegen Holzschädlinge vergleichbar, auf die ich gar nicht näher eingehen will. Damit man mit solch einem hoch-flüchtigen Mittel Holzwürmer abtöten kann, muss man einiges beachten. Im Folgenden beschreibe ich Dir, wie ich immer vorgegangen bin.

Die Behandlung mit Isopropanol wird nur bei Holz bis ca. 3cm Dicke empfohlen. Das ist jedenfalls, der Richtwert, den ich selbst mal irgendwo gelesen habe. Tiefer könne das Mittel in der Regel nicht eindringen. Ich bin aber auch kein Experte auf dem Gebiet und lasse mich gerne eines Besseren belehren!

Bei starken Konzentrationen von Isopropanol an der Luft besteht hohe Explosionsgefahr. Daher nicht zu viel Holzoberfläche auf einmal bearbeiten! Bitte beachten.

  1. Unbedingt draußen an der frischen Luft machen!
  2. Handschuhe* tragen und die Sicherheitshinweise auf der Flasche des Mittels beachten!
  3. Fülle das Isopropanol in eine simple Sprühpumpe* bzw. ein Drucksprühgerät*, das man von Hand aufpumpen kann.
  4. Jetzt sprühst Du das Werkstück ordentlich mit Isopropanol* ein. Das Holz kann ruhig etwas getränkt werden. Hast Du das erledigt ist Schnelligkeit gefragt.
  5. Durch die hohe Flüchtigkeit des Mittels, musst du jetzt das Holz zügig Luftdicht in Plastikfolie (bspw. Malerfolie*) einwickeln oder bspw. in Müllbeutel packen.
    1. Achte darauf, dass beim einwickeln keine Löcher in der Folie entstehen.
    2. Abschließend am besten noch mit Klebeband* abdichten.
  6. Das Holz kannst Du ruhig 3 Tage eingepackt im freien (geschützt vor Regen) liegen lassen.

In der Bildergalerie siehst du die Vorgehensweise nochmal anhand der Bilder.


Lektion 3 – Isopropanol nur bis zu einer Gewissen Holzstärke einsetzen


Alternative Ansätze

Vielleicht hast Du auch schon mal von dem Ansatz gehört, dass Holzwürmer wohl keine Vibrationen ertragen können und man das Werkstück bspw. auf eine Maschine legen könnte, die regelmäßig läuft. Der Schädling würde sich dann aus dem Werkstück verabschieden. Alles schön und gut. Aber auch hier kann man nicht vollständig ausschließen, dass der Schädling komplett bekämpft ist. Unter Umständen schlüpfen später neue Larven. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt eine der aufgeführten Varianten oben.

Deine Erfahrungen mit den Schädlingen würden mich interessieren – melde Dich doch mal in den Kommentaren oder auf meinem Instagram Account (timbertime_blog)!

Servus und bis zum nächsten mal!

2 Antworten auf „Holzwurmbehandlung – so bekämpfst Du den Schädling!“

  1. Wir haben ein Holzhaus und der Holzwurm ist unser größter Feind. In einen der Balken im Wohnzimmer haben wir einige Löcher entdeckt und ich habe Angst, dass sich dieser durch das restliche Holz frisst. Ich wusste gar nicht das Holzwürmer Vibration vermeiden, das ist ein hilfreicher Tipp.

  2. Für alle Holzhaus Besitzer ist der Holzwurm der schlimmste Feind. Meine Nachbarn können davon ein Lied singen. Dies haben leider voll einen Schaden am Haus weil sie erst recht spät bemerkt haben, dass die von Holzwürmern geplagt werden. Der Sachverständiger musste ein Gutachten erstellen damit die Versicherung zahlt.

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