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Welches Holz für draußen? – Die große Übersicht für langlebige Außenprojekte

von Florian
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Welches Holz für draußen

Kurzantwort für Eilige

Für dauerhaft bewitterte Außenprojekte sind Holzarten mit hoher natürlicher Dauerhaftigkeit oder konsequentem konstruktivem Holzschutz erforderlich. Robinie, Eiche und ausgewählte Tropenhölzer gelten als besonders haltbar, während Lärche und Douglasie nur bei richtiger Konstruktion langfristig funktionieren.

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Warum Holz im Außenbereich scheitert – und warum das kein Zufall ist

Holz ist ein hygroskopischer Werkstoff. Es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Im Außenbereich führt dieser permanente Wechsel zu Quellen und Schwinden, Spannungen im Material und langfristig zu Rissbildung. Kritisch wird es, sobald die Holzfeuchte dauerhaft über etwa 20 % liegt – ab diesem Punkt können holzzerstörende Pilze aktiv werden.

Zusätzlich wirkt UV-Strahlung auf das Lignin im Holz. Die Oberfläche vergraut, verliert Festigkeit und wird anfälliger für Feuchtigkeit. Entscheidend ist daher nicht nur die Holzart, sondern wie das Holz verbaut wird.

Dauerhaftigkeitsklassen – die Grundlage jeder Entscheidung

Was bedeutet die Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN EN 350?

Die DIN EN 350 teilt Holzarten in fünf Dauerhaftigkeitsklassen ein:

  • Klasse 1: sehr dauerhaft
  • Klasse 2: dauerhaft
  • Klasse 3: mäßig dauerhaft
  • Klasse 4: wenig dauerhaft
  • Klasse 5: nicht dauerhaft

Diese Einstufung beschreibt ausschließlich den natürlichen Widerstand des Kernholzes gegen Pilze – nicht gegen UV, mechanische Belastung oder Konstruktionsfehler.

Warum Imprägnierung keine Garantie ist

Kesseldruckimprägnierung (KDI) verzögert den Befall, ersetzt aber keine natürliche Dauerhaftigkeit. Sobald das Holz geschnitten, gebohrt oder mechanisch beschädigt wird, entstehen unbehandelte Zonen, die wieder angreifbar sind.

Holzarten im Vergleich – welches Holz eignet sich wirklich für draußen?

Überblick (Praxisvergleich)

HolzartDauerhaftigkeitPflegeBesonderheiten
Lärchemittelhochreißanfällig
Douglasiemittelhochgünstiger als Lärche
EichehochgeringGerbsäure
Robiniesehr hochgeringschwer erhältlich
Tropenholzhoch–sehr hochgeringQualitätsstreuung
Thermoholzmittelgeringspröde
KDI-Holzkünstlich erhöhthochbegrenzte Lebensdauer

Lärche

Lärche ist harzreich und dadurch widerstandsfähiger als Fichte oder Kiefer. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass sie bei falscher Montage stark reißt und sich verzieht. Für Fassaden, Zäune oder Pergolen ohne Erdkontakt gut geeignet, für bodennahe Konstruktionen nur eingeschränkt.

Douglasie

Douglasie ähnelt der Lärche, ist oft günstiger, aber etwas weniger dauerhaft. Kritisch ist der Einsatz bei stehender Feuchtigkeit. Ohne konstruktiven Holzschutz ist die Lebensdauer begrenzt.

Eiche

Eiche gehört zu den dauerhaftesten heimischen Holzarten. Sie ist sehr widerstandsfähig gegen Pilze, allerdings enthält sie Gerbsäure, die ungeschützte Metalle angreift. Es dürfen ausschließlich geeignete Edelstahlschrauben verwendet werden.

Robinie

Robinie ist das technisch beste europäische Holz für den Außenbereich. Sie erreicht Dauerhaftigkeitsklasse 1–2 und kann Tropenhölzer ersetzen. Nachteil: hoher Preis, begrenzte Verfügbarkeit und schwierige Bearbeitung.

Tropenhölzer (z. B. Bangkirai)

Sehr langlebig, aber starke Qualitätsunterschiede je nach Herkunft und Trocknung. Für Terrassen bewährt, ökologisch jedoch kritisch zu bewerten.

Thermoholz

Durch thermische Behandlung wird die Feuchteaufnahme reduziert. Das Holz bleibt formstabil, verliert jedoch an Biegefestigkeit und ist spröder – für tragende Bauteile nur bedingt geeignet.

KDI-Holz

Chemisch geschützt, aber nicht dauerhaft im eigentlichen Sinn. Besonders problematisch bei Schnitten, Erdkontakt und für Hochbeete mit Nutzpflanzen.

Welches Holz für welchen Einsatzbereich?

Holz für Terrassen

  • Hohe mechanische Belastung
  • Ständige Bewitterung
  • Empfehlung: Robinie, hochwertiges Tropenholz, Eiche
  • Unterkonstruktion entscheidender als Dielenholz

Bei interesse an einer schwimmenden Konstruktion ohne Bohren für den Balkon in einer Mietwohnung, kann ich dir meine DIY Anleitung zum verlegen von Terrassendielen auf einem Balkon empfehlen.

Holz für Hochbeete

  • Dauerhafte Feuchte
  • Erdkontakt
  • Empfehlung: Robinie
  • Alternativ: Lärche mit Trennung zur Erde
  • Keine Schadstoffbelastung

Holz für Gartenhäuser

  • Konstruktiver Holzschutz wichtiger als Holzart
  • Dachüberstände, Abstand zum Boden
  • Auch weniger dauerhafte Hölzer möglich

Holz für Zäune & Pergolen

  • Lärche/Douglasie nur ohne Bodenkontakt
  • Erdberührung vermeiden
  • Pfostenträger statt Einbetonieren
🛠️ Profi-Tipp: Holz im Außenbereich richtig schützen

Nicht jedes Holz muss geschützt werden – aber jedes Holz muss richtig verbaut sein.

In der Praxis entscheidet nicht die Menge des Holzschutzes über die Lebensdauer, sondern die Kombination aus Holzart, Konstruktion und Wartung.

Öle schützen hauptsächlich vor UV-Strahlung und sind sinnvoll, wenn die natürliche Optik erhalten bleiben soll – sie ersetzen jedoch keinen Feuchteschutz.
Lasuren bieten einen ausgewogenen Schutz, erfordern aber regelmäßige Wartung.
Deckende Anstriche liefern den stärksten Oberflächenschutz, sind jedoch nur dann dauerhaft, wenn Beschädigungen konsequent ausgebessert werden.

Faustregel aus der Praxis:
Je dauerhafter die Holzart und je besser der konstruktive Holzschutz, desto weniger chemischer Schutz ist notwendig. Ein falscher Anstrich kann die Lebensdauer sogar verkürzen.

Typische Fehler aus der Praxis

  • Holz direkt auf Beton
  • Staunässe durch fehlende Drainage
  • Falsche Schrauben (Rost, Gerbsäure)
  • Kein Vorbohren bei Hartholz
  • Offenes Hirnholz

Werkzeug- & Materialempfehlungen

  • Edelstahlschrauben A2/A4
  • Terrassenschrauben mit Fräsrippen
  • Abstandshalter
  • Holzbohrer mit Zentrierspitze

Fazit – Die zentralen Erkenntnisse

Nicht die Holzart allein entscheidet über die Lebensdauer im Außenbereich, sondern das Zusammenspiel aus natürlicher Dauerhaftigkeit, konstruktivem Holzschutz und realistischer Pflegebereitschaft.

  • Holz im Außenbereich scheitert meist an Feuchtigkeit, nicht an UV-Strahlung.
  • Die Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN EN 350 ist die wichtigste Entscheidungsgrundlage – Imprägnierungen sind nur eine Ergänzung.
  • Robinie und Eiche sind die haltbarsten heimischen Optionen, Lärche und Douglasie funktionieren nur bei sauberer Konstruktion.
  • Erdkontakt und Staunässe verkürzen die Lebensdauer jeder Holzart drastisch.
  • Holzschutzmittel können sinnvoll sein – ein falscher Anstrich kann die Haltbarkeit jedoch sogar reduzieren.
  • Gute Planung, richtige Schrauben und konstruktive Details sind oft wichtiger als teure Hölzer.

Wer dauerhaft Freude an Holz im Außenbereich haben will, sollte zuerst in Planung und Konstruktion investieren – nicht in möglichst viel Holzschutz.

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