Holzwachs selber machen – Bio Holzpflegemittel aus Bienenwachs

Holzbutter oder Holzwachs selber machen – eigenes Holzpflegemittel herzustellen ist einfacher als man denkt. Vor allem wenn es darum geht, Schneidbretter lebensmittelecht behandeln zu können, stellt man am besten sein eigenes Holzpflegemittel her. So kann man selbst entscheiden, welche Bestandteile in das Holzwachs sollen und welche nicht.

Nachfolgend habe ich Dir alle Werkzeuge und Materialien verlinkt, die Du benötigst, um Holzwachs selber machen zu können!

* = Affiliatelinks / Werbelinks

Holzwachs selber machen

Benötigtes Material (für ca. 450g Holzwachs)

Holzwachs selber machen – Schritt für Schritt Anleitung

Im Prinzip lässt sich die Holzwachs-Herstellung in 5 Schritte zusammenfassen, die ich unten detailliert beschreibe.

1) Bienenwachs* erhitzen

2) ggf. Bienenwachs reinigen

3) Ölmischung anfertigen

4) Zutaten vermischen

5) Abfüllen in Aluminium Dosen*

Zutaten Holzwachs

Formel zum Holzwachs selber machen

1 Teil Bienenwachs + 2 Teile Leinöl + 3 Tropfen Orangenöl pro 100g Leinöl

“Teile” werden hierbei in Gramm, nicht in Mililiter gemessen. Zum Hintergrund: 100ml Öl wiegen ca. 90g, keine 100g. Es macht also einen Unterschied. Mit der obigen Formel habe ich gute Erfahrungen gemacht.

Bienenwachs erhitzen

Zunächst erhitzt man das Bienenwachs* in einem Wasserbad. Ich habe hierfür eine alte Metallschüssel in einen Topf mit Wasser gestellt. Das Wasser langsam erhitzen – bei ca. 60 Grad fängt das Bienenwachs an zu schmelzen.

Ist alles schön flüssig, kannst du das Wachs auf dieser Temperatur halten und dich den nächsten Schritten widmen.

Bienenwachs reinigen (optional)

Wenn du das Bienenwachs* vom Imker deines Vertrauens bekommst, kann es sein, dass noch minimale Verunreinigungen im Wachs sind – es sei denn der Imker hat es bereits gefiltert. In meinem Beispiel kann man einige dunklere Rückstände am Wachs erkennen. Diese sind nicht weiter schlimm. Man kann sie sehr einfach herausfiltern.

Um das Bienenwachs* von Verunreinigungen zu befreien, erhitzt man wie oben beschrieben. Ist alles schön flüssig, kannst du den Inhalt der Schüssel durch ein altes aber sauberes Geschirrtuch oder Stofftuch in eine zweite Schüssel schütten. Das Stofftuch filtert die Verunreinigungen problemlos aus dem Wachs heraus.

Übrig bleibt gereinigtes, flüssiges Bienenwachs* und die heraus gefilterten Verunreinigungen im Stofftuch.

Ölmischung anfertigen

Neben Bienenwachs* bildet eine Ölmischung den Hauptbestandteil des Holzpflegemittels.

Zur Herstellung von Holzwachs eignen sich nicht alle Öle. Oft werden einfache Speiseöle, wie Rapsöl oder Olivenöl empfohlen. Diese Öle sind aber nicht selbst-trocknend. D.h. sie bilden einen schmierigen Ölfilm auf dem Schneidbrett. Genau das will man mit einem ordentlichen Holzpflegemittel nicht erreichen. Viel mehr geht es darum eine aushärtende, Schutzschicht aufzubauen.

Hierfür eignen sich selbst-trocknende, aushärtende Öle. Ich verwende hierfür Bio Leinöl*, weil ich sowieso noch einiges übrig hatte (wird auch zum einbrennen von Gusseisen Grillpfannen etc. genutzt, um eine aushärtende Schutzschicht aufzubauen).

Das Bio Leinöl vermischt man noch mit wenigen Tropfen ( ätherischem Bio Orangenöl*. Das Orangenöl dient als natürliches Lösungsmittel und beschleunigt den Aushärtungsprozess. Wichtig ist, dass kein Orangenöl genutzt wird, das synthetische Zusätze hat.

Zutaten vermischen

Nun kannst du die Ölmischung mit dem noch flüssigen Bienenwachs* vermischen. Hast du bereits gereinigtes Wachs in flüssiger Form auf dem Herd stehen, kannst du in diese Schüssel die Ölmischung aus Leinöl und Orangenöl geben. Da die Ölmischung kalt ist, stockt das Bienenwachs nun etwas auf. Das ist nicht schlimm – die Mischung verflüssigt und vermischt sich komplett wenn sie noch eine Weile weiter erhitzt wird.

Da ich mein Bienenwachs erst reinigen musst, schüttete ich das gereinigte Wachs zunächst in die Ölmischung und gab dann alles zusammen wieder in die Metallschüssel im heißen Wasserbad.

Nach kurzer Wartezeit haben sich durch die Hitze die Bestandteile wieder vermischt und das flüssige Holzwachs kann in einen hitzebeständigen Messbecher umgefüllt und danach in Dosen* abgefüllt werden.

Selbst gemachtes Holzwachs abfüllen

Nun kommt der beste Teil – das abfüllen der fertigen Mischung in die Aluminium Dosen*. Die flüssige Wachsmischung vorsichtig mit Hilfe des Messbechers in die Dosen einfüllen.

Die verlinkten Dosen* haben 100ml Fassungsvermögen und eignen sich perfekt zum verschenken. Mit dieser Menge kann man auf jeden Fall einige Schneidbretter lebensmittelecht behandeln. Die Dosen sind schön flach und haben eine große Grundfläche – dadurch lässt sich später das Wachs besser aufnehmen als bspw. aus einem kleinen Einmachglas.

Holzbutter selber machen

Das Wachs muss nun ein paar Stunden auskühlen, dann ist es bereit zum verarbeiten. Diese Mischung wird etwas härter und ist daher sehr ergiebig. Wer ein sehr weiches Wachs möchte muss den Öl-Anteil erhöhen. Ich bin jedenfalls mehr als zufrieden mit dem Ergebnis. Ich hoffe, dir hilft die Anleitung!

Zum Abschluss noch ein Vergleich, bei dem eine Hälfte des Schneidbretts mit dem Wachs behandelt wurde und eine nicht. Auch schön zu erkennen: Wasser perlt direkt auf der Oberfläche ab.

Das war’s auch schon wieder! Holzwachs selber machen ist günstig, nicht schwer und kostet nur wenig Zeit. Ein Holzpflegemittel selber machen – das kann nicht jeder von sich behaupten. Wenn dir die Anleitung gefallen hat und du noch Fragen hast, melde dich gerne dazu in den Kommentaren unter dem Beitrag oder schreib mir auf Instagram (timbertime_blog).

Servus und bis zum nächsten Projekt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.